Habakuk 1

German: Elberfelder (1871)

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1 Der Ausspruch, welchen Habakuk, der Prophet, geschaut hat.

2 Wie lange, Jehova, habe ich gerufen, und du hörst nicht! Ich schreie zu dir: Gewalttat! und du rettest nicht.

3 Warum läßt du mich Unheil (O. Frevel) sehen, und schaust Mühsal (Unheil) an? Und Verwüstung und Gewalttat sind vor mir, und Streit entsteht, und Hader erhebt sich.

4 Darum wird das Gesetz kraftlos, und das echt kommt nimmermehr hervor; denn der Gesetzlose umzingelt den Gerechten: darum kommt das echt verdreht hervor.

5 Sehet unter den Nationen und schauet und erstaunet, staunet; denn ich wirke (Eig. denn man wirkt, d. h. es wird gewirkt) ein Werk in euren Tagen-ihr würdet es nicht glauben, wenn es erzählt würde.

6 Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, das grimmige und ungestüme Volk, (Anderswo mit "Nation" übersetzt) welches die Breiten der Erde durchzieht, um Wohnungen in Besitz zu nehmen, die ihm nicht gehören.

7 Es ist schrecklich und furchtbar; sein echt und seine Hoheit gehen von ihm aus.

8 Und schneller als Pardel sind seine osse und rascher als Abendwölfe; und seine eiter sprengen einher, und seine eiter kommen von ferne, fliegen herbei wie ein Adler, der zum Fraße eilt.

9 Sie kommen zur Gewalttat allesamt; das Streben ihrer Angesichter ist vorwärts gerichtet, und Gefangene rafft es zusammen wie Sand.

10 Und es spottet der Könige, und Fürsten sind ihm ein Gelächter; es lacht jeder Festung, und es schüttet Erde auf und nimmt sie ein.

11 Dann fährt es daher wie der Wind, und zieht weiter und verschuldet sich: diese seine Kraft ist sein Gott (Eloah!)

12 Bist du nicht von alters her, Jehova, mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. Jehova, zum Gericht hast du es gesetzt, und, o Fels, zur Züchtigung es bestellt.

13 Du bist zu rein von Augen, um Böses zu sehen, und Mühsal (O. Unheil) vermagst du nicht anzuschauen. Warum schaust du äubern (S. die Anm. zu Jes. 21,2) zu, schweigst, wenn der Gesetzlose den verschlingt, der gerechter ist als er?

14 und machst die Menschen wie die Fische des Meeres, wie das Gewürm, das keinen Herrscher hat?

15 Er hebt sie alle mit der Angel herauf, er zieht sie herbei mit seinem Netze und sammelt sie in sein Garn; darum freut er sich und jubelt.

16 Darum opfert er seinem Netze und räuchert seinem Garne, denn durch sie ist sein Teil fett und seine Speise feist.

17 Soll er deshalb sein Netz ausleeren, und beständig darauf ausgehen, Nationen schonungslos hinzumorden?

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der Propheten und der Psalmen Davids 225

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